erhöhte Transaminasen
Welche prognostische
Bedeutung haben erhöhte Transaminasen unter Therapie der
chronischen Hepatitis C?
Prof.
Thomas Berg:
In der Regel kommt es unter einer antiviralen Therapie
mit Peg-IFNa plus Ribavirin zu einer Normalisierung der
Transaminasen. Bei einigen Patienten bleiben die
Transaminasen leicht erhöht, obwohl es zu einer
kompletten virologischen Response (HCV RNA negativ)
gekommen ist. Soweit man weiß, hat das keinen Einfluss
auf die SVR. Im Gegenteil, einige Untersuchungen
sprechen sogar dafür, dass Patienten mit gering-gradig
erhöhten Transaminasen bei kompletter virologischer
Response ein besseres dauerhaftes Ansprechen haben.
Selten beobachtet man unter der antiviralen Therapie
deutliche Anstiege der Transaminasen und der GGT. Dieses
Phänomen kann als eine Nebenwirkung der Interferon
und/oder Ribavirin Therapie verstanden werden und ein
Anstieg bis zum ca. 5fachen des oberen Normwertes kann
toleriert werden. Wenn die Transaminasen jedoch stark
ansteigen, sollte an die Möglichkeit der Reaktivierung
(oder Induktion) einer autoimmunen Hepatitis gedacht
werden. Oft finden sich dann typische Autoantikörper und
die Immunglobulin G-
Konzentrationen sind erhöht. Eine Steroidtherapie
ist in diesen Situationen indiziert.

