Boceprevir und Telaprevir

Die ersten Ergebnisse der Phase-III-Studien mit dem NS3-Proteasehemmer Boceprevir (Merck) und dem NS3/4A-Proteasehemmer Telaprevir (Vertex und Janssen) bei therapie-naiven und vorbehandelten HCV-Patienten Genotyp 1 veröffentlichten die beiden börsennotierten Firmen per Pressemitteilung bereits im August, die detaillierten Auswertungen wurden nun auf dem Livermeeting 2010 vorgestellt. Die zusätzliche Gabe eines Proteasehemmers zur Standardtherapie erhöhte mit beiden Substanzen die SVR-Raten bei therapienaiven und vorbehandelten Patienten signifikant, Therapiestrategie und -dauer der Phase-III-Studien unterschieden sich bei insgesamt ähnlichen Ergebnissen (Tab. 1). Mit beiden Proteasehemmern funktioniert eine Response-gesteuerte Therapie (RGT): Sprechen therapie-naive und vorbehandelte Patienten früh auf die Therapie an, ist eine kürzere Therapiedauer möglich und es werden Ausheilungsraten von mindestens 80% erreicht.

Quellnachweis vom  29. Oktober bis 2. November 2010Boceprevir und Telaprevir

Update 21.09.2011

Telaprevir bei Hepatitis C zugelassen

Janssen gab heute bekannt, dass die europäische Zulassungsbehörde EMA für den oralen HCV-Proteasehemmer Telaprevir (Incivo®) die Zulassung erteilt hat. Patienten mit chronischer Hepatitis C (Genotyp 1) erhalten eine neue Therapieoption mit signifikant besseren Heilungschancen als unter der bisherigen Standardtherapie Peginterferon und Ribavirin.1 Telaprevir ist das jüngste Medikament der zugelassenen direkt wirkenden antiviralen Substanzen (DAA - Direct Acting Antivirals), die mit ihrer spezifischen Wirkweise einen neuen Meilenstein in der Hepatitis C-Therapie darstellen. Viele Patienten erhalten zukünftig die Chance,die gesamte medikamentöse Therapiedauer auf die Hälfte zu reduzieren. (1)

Telaprevir ist in Kombination mit Peginterferon alfa und Ribavirin (PR) zur Behandlung der chronischen Hepatitis C vom Genotyp1 bei erwachsenen Patienten mit kompensierter Lebererkrankung (einschließlich Zirrhose) indiziert. HCV Genotyp 1 tritt in Europa am häufigsten auf und ist am schwierigsten zu behandeln (2). Sowohl nicht vorbehandelte als auch bereits erfolglos vorbehandelte Patienten erhalten mit dieser Dreifach- bzw. Triple-Therapie eine neue und signifikant größere Chance auf Heilung als mit der bisherigen Standardtherapie PR. (1) Der Wirkstoff blockiert gezielt die HCV-Protease und hemmt damit die Replikation des Hepatitis C-Virus (HCV).

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